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8. ZEIT FORUM WISSENSCHAFT
vom 03. April 2003
Die deutsche Regierung erwirbt Pockenimpfstoffe, während in den USA die Sorge vor bioterroristischen Angriffen wächst, bis hin zu Schutzmaßnahmen wie Gasmasken. Die Angst richtet sich auf eine Bedrohung, die unsichtbar bleibt und doch enorme Folgen hätte: Krankheitserreger, die gezielt verbreitet werden, treffen nicht nur Einzelne, sondern ganze Gesellschaften. Gleichzeitig ist unklar, wie wahrscheinlich ein solcher Angriff tatsächlich ist, wer über die nötigen Kapazitäten für derart komplexe Operationen verfügen würde und ob der Fokus auf Pocken den Blick auf andere, womöglich unterschätzte Risiken verstellt.
Wie real ist die Gefahr eines Angriffs mit biologischen Waffen? Welche Akteure kämen überhaupt in Frage und welche Erreger wären besonders gefährlich? Welche präventiven Maßnahmen sind sinnvoll, um eine Katastrophe zu verhindern? Und reicht die internationale Zusammenarbeit aus, um diese Bedrohung wirksam zu bekämpfen oder würden im Ernstfall gerade dort die Lücken sichtbar, wo Gesundheitssysteme, Behörden und Krisenpläne zusammenarbeiten müssen?
Expert:innen diskutieren, wie Politik und Wissenschaft Risiken einschätzen, Vorsorge organisieren und Handlungsfähigkeit sichern können ohne in Alarmismus zu verfallen.
Es diskutieren:
- Dr. Jan van Aken, Biowaffenexperte und Zellbiologe, The Sunshine Project, Hamburg
- Prof. Dr. Dr. Alexander Kekulé, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg(e)
- Jens Kuhn, Biochemiker und Arzt, erster westlicher Wissenschaftler, der längere Zeit in der ehemaligen russischen Biowaffenschmiede „Vector“ geforscht hat
- Prof. Dr. Reinhard Kurth, Präsident des Robert-Koch-Instituts und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- Otto Schily, Bundesminister des Innern
Moderation:
- Andreas Sentker, Leiter Ressort Wissen, DIE ZEIT
- Ralf Krauter, „Forschung aktuell“, Deutschlandfunk
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