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4. ZEIT FORUM WISSENSCHAFT
vom 29. April 2002
Mit der wissenschaftlichen Entwicklung der Reproduktionsmedizin rückt die Möglichkeit näher, Embryonen schon vor einer Schwangerschaft genetisch zu untersuchen und so schwere Erbkrankheiten zu vermeiden. Zugleich wächst die Sorge vor einer schleichenden Verschiebung von medizinischer Hilfe hin zu Selektion: Wo endet der Schutz vor Krankheit, wo beginnt die Idee vom „Designer-Baby“? In Deutschland ist die Präimplantationsdiagnostik zum Zeitpunkt der Debatte verboten, dennoch wird international geforscht und praktiziert und damit steigt der politische und gesellschaftliche Entscheidungsdruck.
Wie kann eine solche Diagnostik verantwortungsvoll genutzt werden? Welche Grenzen und Kontrollen braucht es, um moralische Standards zu sichern? Und welche Folgen hätte eine Normalisierung genetischer Auswahl für Eltern, Kinder und das gesellschaftliche Verständnis von Krankheit und Behinderung?
Expert:innen diskutieren, ob Präimplantationsdiagnostik vor allem Leid verhindern kann oder ob sie eine Entwicklung in Gang setzt, die am Ende das „Wünschbare“ über das „Zumutbare“ stellt.
Es diskutieren:
- Dr. Wolfgang Schäuble, MdB, Mitglied des CDU-Bundesvorstandes
- Prof. Dr. med. Klaus Diedrich, Direktor der Universitätsfrauenklinik Lübeck
- Prof. Dr. med. Claus R. Bartram, Leiter des Instituts für Humangenetik am Universitätsklinikum Heidelberg
- Prof. Dr. h.c. Dr. habil Richard Schröder, Theologische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin
Moderation:
- Andreas Sentker, Leiter Ressort Wissen, DIE ZEIT
- Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsredakteur, WDR
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