11
11. ZEIT FORUM WISSENSCHAFT
vom 15. Dezember 2003
Erinnern und Gedenken haben Konjunktur – und sie sind umstritten. Debatten über das Berliner Holocaust-Mahnmal, über Vertreibung oder über die Traumatisierten aktueller Kriege zeigen, wie sehr Fragen der Erinnerung ins Politische reichen. Zugleich hat sich der Blick auf Geschichte verändert: Statt einer großen, „objektiven“ Erzählung stehen immer häufiger Perspektiven, Erfahrungen und Brüche im Zentrum. Das Forum fragt nach dem Gedächtnis der Nation – und danach, was Erinnern leisten kann – und was nicht.
Ist ein kollektives Erinnern überhaupt möglich? Gibt es ein kulturelles Gedächtnis und wodurch wird es geprägt? Was soll erinnert werden, was wird verdrängt, was darf vergessen werden? Und welchen Sinn hat Gedenken, wenn es nicht nur bewahren, sondern auch orientieren soll?
Expert:innen diskutieren, ob Erinnerung heute vor allem Halt gibt oder ob sie zum Schauplatz von Konflikten wird, in denen sich Gesellschaften über ihre Vergangenheit und ihre Zukunft verständigen.
Es diskutieren:
- Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident
- Joachim Gauck, ehemaliger Bundesbeauftragter für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes
- Prof. Dr. Hans J. Markowitsch, Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld
- Prof. Peter Riedesser, Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
- Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe und Sozialpsychologe, Leiter der Forschungsgruppe „Erinnerung und Gedächtnis“ am KWI Essen
Moderation:
- Dr. Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT
- Andreas Sentker, Leiter Ressort Wissen, DIE ZEIT
DAS ZEIT FORUM WISSENSCHAFT IST
EINE VERANSTALTUNGSREIHE VON
IN KOOPERATION MIT





